Präambel

Die Bierpartei versteht sich als strikt bierokratische Bewegung. Die traditionelle Fortbewegungsform ihrer Mitglieder wird wissenschaftlich auch Schwankungsbreite genannt. Unter dem Gesichtspunkt der Wunderherrlichkeit des Bieres stehen das gesamte Programm und sämtliche Forderungen der Bierpartei unter dem goldenen Stern des Hopfens (dargestellt im Science-Fiction Klassiker „Eine neue Hopfnung“).

Da die Bierpartei keine anderen Parteien ein-, aber dafür jede ausschließt, sind sämtliche Forderungen der Partei als absolut zu verstehen. Aufgrund der zu erwartenden absoluten Mehrheit in sämtlichen Wahlgängen, muss auch nicht auf sonst so übliche Koalitionszwänge Rücksicht genommen werden. Somit gilt: Dichtes Programm für eine dichte Zukunft.

Generell ist es an der Bierpartei, der österreichischen Politik den Spiegel vor- und diesen selbst zu erhalten.

1. Bierbrunnen

Wien ist nicht nur lebenswerteste sondern auch traditionell unfreundlichste Stadt der Welt. Dies sind zwei Prädikate, die sich – zumindest für die Wiener Seele – hervorragend miteinander vereinbaren lassen. Beide Attribute lassen sich aber um Welten besser wertschätzen bzw begranteln, wenn man dauerhaft leicht einen sitzen hat. Um dieses Ziel zu verwirklichen, tritt die Bierpartei für die Errichtung von Bierbrunnen in jedem Wiener Gemeindebezirk ein. Der Spatenstich für den Ersten Wiener Hopfstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz erfolgte bereits am 19.9.2020. Unter gewaltigem Interesse der Öffentlichkeit, insbesondere der Biertrinker, konnte Dr. Marco Pogo bereits seine Vision einer dichten Zukunft in die Mikrofone lallen. Jedoch: Der Hopfstrahlbrunnen kann nur der Anfang sein. Ziel der Partei ist es, von Sankt Simmering bis Beverly Hietzing die Unterhopfung der Wiener Leber strikt hintanzuhalten.

Aufgrund der bereits bestehenden Infrastruktur ist die Errichtung dieser Brunnen budgetneutral. Lediglich der Inhalt der Leitungen muss ausgetauscht werden. Gerade in Zeiten einer globalen Pandemie wäre es verantwortungslos und brandgefährlich – hier gingen unsere mittelalterlichen Vorfahren mit gutem Beispiel voran – reines Wasser zu trinken. Erst durch die Veredelung des Hochquellwassers kann die Bevölkerung der Dehydrierung mit Sicherheit und Gewissenhaftigkeit begegnen.

Befüllt bzw beliefert werden die Bierbrunnen dann selbstverständlich in einem streng transparenten (biergelben) Ausschreibungsverfahren. Denn, wir halten fest: Kein Bier ist illegal. Auch die schwer gebeutelte Brauwirtschaft kann dadurch ohne weiteres Werbebudget auf ihre eigenen Biere aufmerksam machen und die eingehobene „Getränkesteuer“ – sofern sie bis dahin nicht von der Bierpartei abgeschafft wurde – der Bevölkerung in Form von Naturalien zurückgeben. Diese sogenannte „Umverteilung“ von Nicht-Biertrinkern zu Biertrinkern schafft sozialen Ausgleich und Frieden.

Verzichtet wird aus technischen (Verzuckerung) wie ideologischen (Bier!) Gründen selbstverständlich auf die Versorgung der Bierbrunnen mit Radler. Das Reinheitsgebot von 1516 ist an allen Ecken und Enden unbedingt einzuhalten. Generell ist die Radlerisierung (siehe auch Punkt 8) mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Schließlich ist der Bau von Bierbrunnen nicht nur mit dem bereits bestehenden Ortsbild und UNESCO-Weltkulturerbe vereinbar, im Gegenteil, sie schaffen neue Anziehungskraft für den trinkfreudigen Tourismus und wären im nächsten Schritt als eigenständiges, immaterielles Weltkulturerbe zu qualifizieren. In keiner anderen Stadt der Welt hat ein leichter Dauerdampf so sehr zu Stadtentwicklung und Charakterbildung beigetragen wie in Wien.

2. Winterschanigarten

Der Schanigarten, benannt nach dem legendären Biertrinker Johann „Schani“ Tarone, der mit dieser Erfindung das Ausschenken von „Erfrischungswasser“ (Bier) in der Außengastronomie ermöglichte, gehört zur Wiener Gastronomie wie das Bier zum Fußballplatz. (Anm.: Das Fußballspiel wurde letztendlich ja auch nur erfunden, um der Außengastronomie zum Biergenuss auch ein emotionales Schauspiel hinzuzufügen.) Diese Bedeutung wurde sogar jüngst von einem großen Künstler, dem Timpel, in einer Ode an den Schanigarten musikalisch ein Denkmal gesetzt. Nur im Schanigarten genießt man die unvergleichliche Kombination aus Geborgenheit des Wirtshauses („Heast oida, wås is, trinkst eh no ans!“) und unbändiger Freiheit („jetzt hat ma schon wieder a Tauben in die Hüsn g'schissn“). Diese Symbiose aus Schutz und Wildnis treibt den Wiener bereits seit Jahrzehnten in den Mikrokosmos der Mikrovorstadt.

Aber nicht nur aus traditionellen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen ist der Schanigarten essentiell: Er ermöglicht dem Wirt eine Erweiterung seiner Verkaufsfläche um etliche Plätze. Dies kurbelt den Bierkonsum an und führt zu allseits glücklichen Menschen. Der Wirt verdient, der Gast versumpft.

Nun ist es allerdings so, dass derzeit die Genehmigung für Schanigärten oftmals ein reines Politikum ist. Somit lautet die Forderung der Bierpartei: „Jeder Schani braucht sein Garten“, anders formuliert: Schanigärten sind zu bewilligen. Nun zeigt sich aber ein weiteres Problem, welches auch coronabedingt ist (das Virus, nicht das „Bier“): Verordnung hin, Regierungspredigt her, wird die Gastronomie – neben etlichen anderen Branchen – im Regen stehen gelassen. Kein Wirt weiß, was er nun genau tun darf und vor allem wie er seinen Betrieb – und somit Arbeitsplätze – aufrechterhalten soll.

Eine absolut unbürokratische – dafür sehr bierokratische Möglichkeit – den coronabedingten Umsatzausfällen zu begegnen ist, jedem Wirtshaus die Errichtung und den Betrieb eines Schanigartens auch über die Wintermonate zu ermöglichen. Gerade in der dunklen Jahreszeit würde die Möglichkeit des auswärtigen Biergenusses das goldene Wiener Herz noch heller erstrahlen lassen. Die einzige Voraussetzung dafür wäre, dass in diesen Winterschanigärten kein Radler ausgeschenkt werden darf. Hier bleibt die Bierpartei ihren Idealen treu und agiert nicht situationselastisch oder mit gebrochenem Rückgrat.

3. Eignungstest für Politiker verpflichtend

Wo berufsrechtliche Vorschriften, die Gewerbeordnung und etliche weitere Normen selbst für Nageldesigner umfassende Befähigungsnachweise und Ausbildungen vorschreiben, ist die einzige Berufsgruppe, deren tägliche Tätigkeit mit tatsächlicher Lebensgefahr durch Blödheit verbunden ist, keinerlei Qualitätskontrolle unterworfen. Es handelt sich um die Gattung des gemeinen Politikers („Homo politicus vulgaris“). Aktuell sind die einzigen Voraussetzungen, um ein politisches Amt bekleiden zu dürfen, nicht zu früh zu sterben sowie die erlangte persönliche Meisterschaft im Volkssport der Rektalakrobatik (bitte ein Wörterbuch zu bemühen). Bedenkt man, welche Verantwortung den Volksvertretern in die Hände gelegt wird, ist es grob fahrlässig, solch mediokre Radlertrinker an sämtliche Schalthebel von Stadt und Republik zu lassen. Selbst ein Volksschulkind muss mehr lernen und Können beweisen, um den „Fahrradführerschein“ zu machen, als ein Minister oder gar Bundeskanzler derzeit an Befähigung nachweisen muss.

Dies steht in krassem Gegensatz zu den vorgespielten und vorgespiegelten Kompetenzen der jeweiligen Mandatare und Entscheidungsträger.

Die Bierpartei geht andere Wege! Jeder Kandidat und jedes Mitglied der bierokratischen Bewegung (nicht zu verwechseln mit der bewegten Bierokratie) hat bereits bewiesen, sämtliche Kompetenzen, welche zur Einlösung der Wahlversprechen notwendig sind, mitzubringen. Durch ein striktes Assessmentverfahren konnte dargetan werden, dass man die nötigen Fähigkeiten beherrscht, Nichtstun mit Ansage und b'soffene G'schichten glaubwürdiger als jeder Amateur bewältigen zu können. Jeder Kandidat musste unter den strengen Augen des Bierokraten Dr. Marco Pogo beweisen, dass er zumindest 23 Biere im Namen des Volkes fach- und sachgerecht in sich selbst entsorgen kann.

Solche Konsequenz fordert die Bierpartei von allen politischen Mitbewerbern. Man soll die Geschicke des Bieres und der Stadt schlicht in die Hände von Profis legen.

4. Fixkosten decken, Kulturstätten retten

Kultur ist etwas ausgesprochen Subjektives. Die Bierpartei etwa steht bedingungslos zur unvermischten Braukultur. Subjektiv ist allerdings auch die Förderungspolitik der aktuellen Regierungen. Diese geschieht aktuell nämlich offenbar im Radlerrausch (Anm.: Es handelt sich dabei um keinen echten Rausch, sondern vielmehr um einen Zuckerschock).

Bei allem Verständnis für die grundsätzliche Anziehungskraft der großen österreichischen Häuser ist nicht einzusehen, wieso die Umsatzeinbrüche etwa der Wiener Staatsoper und des Burgtheaters zu 100% vom Steuerzahler übernommen werden sollen, die Rahmenbedingungen für die Betreiber von kleineren Betriebs- und Aufführungsstätten aber derart prohibitiv sind, dass deren Betrieb unwirtschaftlich und somit unmöglich gemacht wird. Darüber hinaus scheinen – wie so oft in der Alpenrepublik – manche gleicher zu sein als andere. So vermag trotz allgemeiner aktueller Beschränkungen von Veranstaltungen und Gastronomie ein bekannter Wiener Nachtgastronom – der Öffentlichkeit bekannt, aber auch dem Bundeskanzler – keinerlei Probleme zu haben, unbehelligt von behördlichen Maßnahmen, seinen Betrieb in vollem Umfang aufrecht zu erhalten. Auch jegliche Umgehungskonstruktion blieb folgenlos. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Bierpartei fordert somit die Gleichbehandlung aller Veranstalter, um deren überleben und somit eine breitgefächerte Kulturszene in Wien zu ermöglichen. Wir wollen nicht, dass etwa aus der Arena ein super beliebtes Regional-international-Fusion-Sushi-Schweinsbraten-Koks-Lokal wird, in welchem sich Kai-Thorben aus Gründen der Ironie ein kleines alkoholfreies Heineken bestellt. Nein, auch laute, schmutzige und sinnlose Veranstaltungen müssen möglich bleiben.

Der Bierpartei ist klar, dass die aktuelle Bundesregierung mit dem Ausfüllen von Formularen und generell dem Rechtsstaat ein (kognitives?) Problem hat. Dennoch sollte es auch einer jeden (hoffentlich nicht vergessenen) Null möglich sein zu erkennen, dass am Veranstaltungsbetrieb tausende Arbeitsplätze (Lichttechniker, Tontechniker, Zulieferer…) hängen. Damit sich diese darob nicht aufhängen, ist der de facto rechtswirre Zustand endlich zu beheben.

5. Sperrstunden abschaffen

Die Sperrstunde – ein wirtschaftlich unsinniges Relikt vergangener Zeiten. Die aktuelle Debatte über Verlegungen von Sperrstunden zeigt deren Unsinn. Uns ist nach ungezählten änderungen und Pressekonferenzen klar, dass das Corona-Virus nicht nur mit dem Auto kommt, sondern auch ein unglaublich gesetzestreues Mitglied unserer Gesellschaft ist. Es ist somit zwingend logisch, dass mit Einläuten der Sperrstunde auch Victor Virus aus Angst vor Organstrafmandaten fluchtartig das Lokal verlässt. Da könnte ja jeder kommen, würde man nicht streng auf „Vorschrift ist Vorschrift“ pochen.

Nein, das Beisel, der Branntweiner, der Würstelstand und jede andere Dranglahittn soll frei entscheiden dürfen, wann sie die Pforten für die dürsteten Menschen öffnet, denn: Freies Bier für freie Bürger. Niemand erleidet Schaden, wenn der Wirt dem Biertrinker einschenkt, wenn andere vielleicht nichts mehr trinken wollen.

Anzumerken ist, dass die Bierpartei gekommen ist, um zu bleiben und zu trinken. Auch über Coronazeiten hinaus. In eben jenen aber ist es verantwortungslos, die nach sozialen Kontakten lechzenden Menschen in Privatwohnungen zu Feiern zu drängen, wo die Gefahr einer Ansteckung um Welten höher ist, als im Gasthaus an einem zugewiesenen Platz oder gar im Gastgarten.

Neben der dadurch zu erwartenden Erholung der regierungsgebeutelten Gastronomen – woran übrigens ebenfalls etliche Arbeitsplätze, etwa in der Brauerei, den Fassbindern, den Hopfen- und Malzbauern, den Hefezüchtern und den Glashütten hängen – korreliert auch diese Forderung mit den bierokratischen Grundwerten der Bierpartei. Da sich Nichtstun wieder lohnen muss und wir für die Einführung des siebentägigen Wochenendes sind, wäre es geradezu absurd Bertram Bierchenfreund (Name im Suff erfunden, sollte es Dich wirklich geben: Du bekommst eine Kiste Turbobier) zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich sein, das zutiefst menschliche Gerüst des Bierdurstes zu befriedigen bzw die teilweise gemütsbedrohende Unterhopfung zu bekämpfen. Natürlich muss das sperrstundenbefreite Lokal gewisse Auflagen befolgen:

Die Bierleitungen müssen 12-stündlich gereinigt werden, kein Gast darf länger als drei Minuten auf das erste Bier warten und Radlerausschank wäre bei angedrohtem Entzug der Gewerbeberechtigung und exzessiven Shandyboardings verboten.

Positiver Nebeneffekt: Je mehr Leute beim Wirten sitzen, desto eher bleibt die Stadt leer und man muss all die anderen Grantler nicht zu Gesicht bekommen.

6. „Getränkesteuer“ runter

Nach einem jahrelangen überprüfungsverfahren hat der EuGH am 9. März 2000 entschieden, dass die österreichische Getränkesteuer nicht mit der Verbrauchssteuerrichtlinie der EU vereinbar sei. Somit wurde diese ersatzlos abgeschafft. Dies gilt jedoch nur für den Verkauf von Getränken. Die Abgabe (vulgo: Die Ausschank) unterliegt jedoch weiterhin der (regulären) Umsatzbesteuerung.

In der aktuellen Situation wurde als Gastrohilfspaket der Umsatzsteuerersatz in der Gastronomie zeitlich begrenzt auf 5% herabgesetzt. Dies soll den Wirtsleuten die exorbitanten Umsatzverluste teilweise ausgleichen.

Die Bierpartei steht für eine generelle Abschaffung der Umsatzsteuer im Gastronomiebereich auf Getränke. Warum?

Abgesehen von der augenfälligen Entlastung der Gastronomen, welche täglich auf Leib und Leber ihrer Gäste achten und diese glücklich machen, ist ein Herabsetzen bzw Abschaffen der Umsatzsteuer in der Gastro auch logisch-systematisch argumentierbar. Die ärzte sind in Österreich als Dienstleister im lebenswichtigen Bereich unecht umsatzsteuerbefreit. Ein kühles Bier kann ebenso lebensrettend sein (arg: Elektrolytverlust). Die zu ziehende Analogie ist somit klar: ärzte retten Leben, Wirte retten Leben – Umsatzsteuer abgeschafft.

Kostenneutral wird diese Maßnahme durch die Erhöhung der Umsatzsteuer auf Biermischgetränke sowie weitere Grauslichkeiten auf 50%. Dies hat somit auch einen positiven Lenkungseffekt für die teilweise getränketechnisch verwirrte Bevölkerung.

7. Bedingungsloses Grundfassl

Eine Kernforderung der Bierpartei, gerne auch paraphrasiert zu „Man rolle das Fass rein!“.

Die Brauereien liegen darnieder, die Stimmung ist im Eck – bei Wirten wie auch Dranglern. Somit setzt sich die Bierpartei mit allen Mitteln für die Einführung des bedingungslosen Grundfassls für jede Österreicherin und jeden Österreicher ein. Die Partei orientiert sich an der durchschnittlich notwendigen Menge Bier pro Einwohner, weshalb wir von einer monatlichen 50 Liter Dose pro Einwohner und Haushalt ausgehen. Für allfällige Minderjährige wird eine Kinderbierpremiere in Form einer 20 Liter Dose pro Kind und Monat zusätzlich gewährt. Dies sollte auch die Grundversorgung kinderreicher Familien mit ausreichend Bier sicherstellen, wobei klar ist, dass die eine Zusatzleistung für die Erwachsenen darstellt. Die Kleinen müssen derweil noch mit Soda anprosten.

Um keine sinnlosen Fässer herumrollen zu lassen, ist natürlich auch jeder Haushalt mit einer adäquaten Zapfanlage auszustatten. Diese gibt es formschön zu erwerben und stehen in einer ausgewachsenen Bierokratie jedem Haushalt kostenfrei zur Verfügung. Lediglich die Schläuche und die Pippn müssen vom Nutzer – analog der Warmwasseraufbereitungsanlage im Mietrecht – vom Benutzer gereinigt und gepflegt werden. Es gibt nämlich nichts Grauslicheres, als schmutzige Bierleitungen. Köstliches Frischbier durch eine schimmelige und stinkende Leitung zu pumpen widerspricht nicht nur den bierokratischen Grundsätzen, sondern auch dem 11. Axiom der Bierbel. Zuwiderhandeln soll mit Zwangsradlerbefüllung geahndet werden, wobei es hier keinerlei Dispensmöglichkeit geben soll.

Damit auch ältere, fußmarode oder schlicht tuttnfette Bewohner der Stadt Wien zu ihrem Grundfassl kommen können, wird das sogenannte Bieromobil jeden Haushalt regelmäßig mit seinem Grundfassl versorgen. Auch dieser Budgetpunkt ist kostenneutral, weil das sogenannte Geilomobil (ebenfalls ein sinnloses Relikt einer sinnlosen Aktion) ohnedies nicht mehr benötigt wird. Dieses kann dann einer sinnvollen Bestimmung zugeführt werden.

Da dieser Penisersatz alleine aber höchstwahrscheinlich nicht zur Ausfuhr der Grundfassl ausreichen wird, ist angedacht, an jeden Müllwagen der MA 48 einen Tankwagen anzukoppeln. Prinzip einfach: Bier rein, Müll raus. Um diese Mehrarbeit der Müllleute zu kompensieren, steht einem jeden ausführenden Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhr ein Sachbezug in Bier zu, wobei die Menge des Sachbezuges sich prozentual an der ausgeführten Biermenge orientieren soll.

Die im Rahmen des GFP (Grundfasslprogramms) ausgegebenen Biere werden im Rahmen eines strengen Auswahlverfahrens an heimische Brauereien vergeben. Da es ein objektives und transparentes Verfahren sein soll, haben das BVergG sowie vergleichbare Normen nicht zur Anwendung zu kommen. Anstattdessen wird der Biergermeister mit seinen Mitarbeitern die jeweils eingereichten Biere auf Qualität testen und dann entscheiden. Mindestkriterium muss sein, dass einem auch nach 20 Bieren nicht schlecht wird. Dies schließt industrielle Brauereien wahrscheinlich aus, womit wir aber gut leben können.

8. Radlerfreies Wien

Ein weiteres Kernanliegen der Bierpartei. Sämtliche von uns in Selbstversuchen und Feldstudien erhobenen Fakten sowie die von uns selbst gefälschten Umfragen und Studien haben ergeben, dass Radler schlicht widerlich ist. Dies gilt für jede seiner Erscheinungsformen. Das ambitionierte Ziel der Bierpartei ist somit, Wien als erste Stadt weltweit zur radlerfreien Zone zu erklären. Um die übergangsfrist zu erleichtern, sollen sämtliche Getränkehändler sowie Gastronomen und Brauereien eine Wegschüttprämie erhalten. Jeder Liter vernichteten Radlers wird mit der gleichen Menge echten Bieres abgegolten.

Auch für den Bürger ist gesorgt: Es werden wienweit Altradlerabgabestellen eingerichtet werden. Bürger können völlig anonym ihre in Verzweiflungsakten gekauften Radlerdosen gegen reines, frisches Bier eintauschen. Bei umfassender Reue und Einsicht, nämlich Abgabe von mindestens 50 Liter Radler, wird der Geläuterte mit dem Bundesbierorden 3. Klasse am schaumweißen Bande ausgezeichnet. So wird der Mensch vom Radler wieder zum Bierger.

Explizit nicht gilt diese Regelung für alkoholfreies Bier, weil dieses nicht contra naturam auf halbem Wege zu echtem Bier verschandelt wurde. Ein alkoholfreies Bier hätte niemals Bier werden können.

Als weitere vorbeugende und bewusstseinsbildende Maßnahme sollen Radler-Weg-Plopp-Ab-Zonen geschaffen werden. In diesen kann ohne angedrohte Sanktion Radler verschüttet und die Dosen vernichtet werden. Diese sollen vordergründig in den besonders radlerbedrohten Problembezirken Mariahilf, Neubau, Josefstadt, Alsergrund, Hietzing und Döbling ihren Anfang nehmen. Auch hier haben erfundene Umfragen gezeigt, dass Bobos, Hipster (aus falsch verstandener „Ironie“) sowie Hofratswitwen (aus Verzweiflung) den Versuchungen des Radlers gegenüber besonders anfällig sind. Das notwendige Problembewusstsein ist in diesen Bezirken leider noch nicht ausgeprägt genug. Angedacht ist dahingehend auch Entwicklungshilfe aus dem diesbezüglich völlig unverdächtigen Sankt Simmering.

Kantig zusammengefasst: Keine Radlerisierung – Biermobilisierung!

Hopster statt Hipster!

9. Vom Nichtwähler zum Dichtwähler

Die letzten Jahre haben bei fast jeder Wahl eindrucksvoll gezeigt, wie politikverdrossen die österreichische Bevölkerung ist. Dies geht zu 1000 Promill lediglich auf jene Personen zurück, welche sich im zweiten Bildungsweg (bzw oftmals im ersten, eine echte Ausbildung ist als Politiker ja nicht notwendig) als Pausenclowns bzw Teilzeitkabarettisten versuchen und sich dann Regierungen nennen.

Dass der durchschnittlich verständige und verantwortungsbewusste Bürger einer Bierokratie mit derartigem Schabernack nichts anzufangen weiß, ist evident und systemimmanent.

Nichtwählen jedoch ist keine Alternative. Ohne auf die Untiefen des d'Hondt'schen Systems einzugehen, muss aber klargemacht werden, dass Nichtwählen lediglich das bestehende System stärkt.

Ein weiteres Feld ist die große Zahl an sogenannten „Falschwählern“. Jene nutzen die demokratischen Möglichkeiten in vorbildlicher Weise und geben ihre Stimme ab, verlassen das Wahllokal jedoch mit dem Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Dies zeigt auf, wie verarmt das parteipolitische Spektrum in Österreich bereits ist, wenn man seine Stimme nur mehr in Ausnahmefällen guten Gewissens und ohne Einschränkungen abzugeben vermag.

Andauernde Politikverdrossenheit aber führt zum Untergang des demokratischen Systems.

Um dieser – neben der Radlerisierung größten – Bedrohung effektive Mittel entgegenzuhalten, möchte die Bierpartei zeigen, dass es einen anderen, einen besseren Weg für Wien und Österreich gibt. Hat man sich um 14:00 Uhr in der Früh endlich aufgerafft und gefrühstückt, soll man sich am Wahltag die Frage stellen: Bin ich damit einverstanden, dass weiterhin Spaß- und Satireprojekte die Verantwortung in diesem Land tragen? Dann wähle ich nicht. Möchte ich der österreichischen Politik aber die Seriosität zurückgeben, die sie wirklich verdient? Dann wähle ich dicht. Und dies mit vollstem Glasl und einer ehrlichen, glücklichen Stimme für BIER.

10. A Mensch is a Mensch

Das Grundpostulat der bierokratischen Bewegung sowie der heiligen Bierbel. Ein jeder Mensch ist nicht gleich, aber gleichwertig. An dieser Feststellung lassen sich sämtliche weiteren politischen Maßnahmen als Leitschnur orientieren. Ein generelles "Leben und leben lassen" führt – bei gleichzeitiger Versorgung mit Bier – zu einem reibungslosen und friedlichen Zusammenleben aller Bürger.

(Dies gilt bedingt sogar für Radlertrinker).

Kontakt: pogo@bierpartei.eu
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